Optimierung der Raumakustik
Spezifische akustische Rahmenbedingungen sind eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Schüler:innen mit einer Hörbeeinträchtigung am gemeinsamen Lernen, am schulischen Miteinander und an aktiven Gestaltungsprozessen teilhaben können. Eine gute Raumakustik in Unterrichtsräumen definiert sich zum einen durch eine geringe Nachhallzeit, zum anderen durch geringen Störschall.
Ein geringer Störschall ist nur dann möglich, wenn mögliche Störschallquellen weitestgehend minimiert werden. So sollte der Hintergrundgeräuschpegel in einem leeren Klassenraum nicht mehr als 35 dB betragen. Bei der Wahl eines geeigneten Klassenzimmers sollte ein Raum mit möglichst wenig Störschall von außen (z. B. kaum Straßenlärm, keine Bahntrasse…) gewählt werden.
In einem belegten Klassenzimmer mit arbeitenden Schüler:innen liegt der Störschallpegel oft bei 55dB und mehr. Für Schüler:innen mit einer Hörbeeinträchtigung sollte der Nutzschall 25 dB über dem Störschall liegen.
Darüber hinaus sind schallabsorbierende Wandpaneele eine wichtige Ergänzung zu einer optimalen Raumakustik. Die größte Fläche im Klassenzimmer, die man zur Schallabsorption heranziehen kann, ist die Decke. Diese sollte möglichst flächendeckend mit hochgradig wirksamen Akustikplatten ausgestattet sein. Dadurch wird die vertikale Schall-Reflexion abgebaut. Das reicht jedoch in der Regel nicht aus, um ein barrierefreies Zuhören und Verstehen für Schüler:innen mit einer Hörbeeinträchtigung zu gewährleisten. Um eine optimale Hörsituation zu erreichen, sollten auch die horizontalen Schall-Reflexionen abgebaut werden. Wenn z. B. eine Lehrkraft vor der Tafel steht und zu den sitzenden Schüler:innen spricht, kommt es zu einem Rückwandecho mit einer Zeitverzögerung von ca. 50 ms (in einem Standard-Klassenraum von ca. 8m Tiefe). Dies ist als Einzel-Echo noch nicht wahrnehmbar, jedoch stört es die Sprachverständlichkeit erheblich.
Wenn man an der Wand, die der Tafel gegenüberliegt, ein hochgradig schallabsorbierendes Wandpaneel anbringt, entsteht eine angenäherte Echofreiheit.
Zusätzlich wird das Verlegen von Teppichböden empfohlen.
Zusammenfassend sollten für eine gute Klassenraum-Akustik drei wichtige Dinge beachtet werden:
- Möglichst die gesamte Decke hochgradig schallabsorbierend verkleiden.
- Die zweite Raumdimension behandeln, indem man schallabsorbierende Wandpaneele an der Klassenraum-Rückwand anbringt.
- Teppichböden auslegen, damit viele Störgeräusche gar nicht erst entstehen.